Letztes Update:
21. September 2023
Entwurf – Inhalt noch in Arbeit
Symbolbild
Text formulieren – interessant, verständlich und vertrauenswürdig schreiben: Die Formulierung von Sprache bzw. Texten hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Nutzer aber auch auf ihre Handlungen – speziell innerhalb von Webplattformen.
UX-Writing beschäftigt sich mit allen Texten, die Nutzer (vor allem interaktiver Plattformen) wahrnehmen, also sehen oder hören können. Dabei ist es egal wie lang diese sind. Auch einzelne Worte und Beschriftungen zählen dazu. Die sogenannte Microcopy.
Lauftexte in längerer Form – man spricht gewöhnlich von 5 Sätzen aufwärts. Diese Texte weisen weitere Gliederungen wie Zwischenüberschriften, Aufzählungen, Tabellen etc. auf.
Unterscheidet sich von der Longcopy vor allem in der Länge. Als Shortcopy werden kurze Texte bezeichnet (weniger als ca 5 Sätze). Darunter fallen z.B. kurze Produktbeschreibungen, Teaser-Texte, Headlines, Subheadlines, … Manchmal werden auch auch Call-to-Actions zur Shortcopy gezählt.
Microcopy sind Wörter oder Sätze einer Plattform, die mit Handlungen eines Nutzers in Verbindung stehen:
Auf vielen Webseiten übersteigt die Microcopy den Lauftext in der Menge und vor allem in ihrer Wirkung!
Speziell wenn man sich das Nutzerverhalten bzw. die Blickverläufe der Nutzer ansieht wird deutlich, dass die wenigsten Texte gelesen werden. Die Nutzer verschaffen sich vor allem über einzelne/ auffällige Shortcopy und Microcopy einen Überblick und lesen daraus die meisten Inhalte (Botschaft, Zielsetzung, Funktionsweise, Handlungsmöglichkeiten, Inhalte,…) von Websites ab bevor sie wieder abspringen.
Microcopy ist wichtig für Gestaltung und UX / Benutzererfahrung und trägt wesentlich zur Conversion bei. Denn Microcopy informiert, fördert die Interaktion, und führt die Nutzer durch Abläufe und zu Inhalten. Microcopy kann den Nutzer leiten, aktivieren, überzeugen, seine Sorgen beruhigen, Möglichkeiten aufzeigen, informieren, animieren und vieles mehr. So beeinflusst Microcopy die positive oder negative Nutzererfahrung und auch die Conversions.
Spezifische Vorgaben für spezielle Elemente finden sich bei den Erläuterungen zu den jeweiligen Elementen. Folgende Vorgaben gelten für jeden für den Nutzer wahrnehmbaren Text (einzelne Worte bzw. Benennungen inklusive).
Bei der Tonalität, Benennungen und Texten ist auf Konsistenz zu achten. Hierbei ist auch auf die jeweilige Corporate Language für jede Marke zu achten.
Wechsel im Ausdruck erschwert die Verständlichkeit. Wiederholung schafft Verständlichkeit und Erinnerung!
Zusätzliche Problematik bei bei Synonymen: Synonyme treffen nie ganz die intendierte Bedeutung und suggerieren eine andere Bedeutungsauslegung. Z.B. Wind – Sturm – Orkan oder Antlitz – Gesicht – Visage – Fresse.
Verweisungen (z.B. „ersterer“, „letzterer“, „dieser“, „jener“, „es“, „dasselbe“,….) zwingen den Leser “zurückzudenken” bzw. “zurückzulesen”.
Keywords einsetzen woimmer möglich! In jeglicher Form der Makro- und Microcopy der entsprechenden Seite verwenden! Auf ausreichende Dichte achten.
Lange Worte kürzen durch:
Nominalstil vermeiden – vor allem Worte die auf -heit, – keit, – ung, -ierung etc enden.
z.B. eine Reise unternehmen → reisen
Worte, welche die Aussage eines Satzes nicht verändern, können gestrichen werden.
z.B.: allerdings, doch, eigentlich, etwas, fast, ganz, genau, immer, meist, natürlich, nun,….
allerdings
an sich
anscheinend
auch
augenscheinlich
ausdrücklich
ausnahmslos
bei weitem
besonders
bestenfalls
bestimmt
bloß
demgegenüber
denn
doch
durchaus
eben
echt
eh
eigentlich
ein bisschen
einfach
einigermaßen
einmal
endlich
erheblich
erstmal
etwa
etwas
fast
folgendermaßen
fortwährend
fraglos
freilich
ganz
ganz gewiss
ganz und gar
gänzlich
gar
gelegentlich
genau
gerade
geradezu
gesagt
gewiss
gewissermaßen
gewöhnlich
gleich
gleichsam
grundsätzlich
halt
hervorragend
hier und da
ich glaube
ich sage mal
im Prinzip
im Prinzip, in gewisser Weise
immer
in aller Deutlichkeit
in der Regel
in diesem Zusammenhang
in etwa
in gewisser Weise
in Wahrheit
infolgedessen
inzwischen
irgend
irgendwann
irgendwie
irgendwo
ja
jede
kaum
keinesfalls
keineswegs
letzten Endes
letztendlich
mal
man
man könnte sagen
manchmal
maßgeblich
mehrere
meist
meistenteils
möglicherweise
mutmaßlich
nachhaltig
natürlich
nicht wahr
nichtsdestotrotz
nichtsdestoweniger
nie
niemals
normalerweise
nun
nur
offenbar
offenkundig
oft
ohne Umschweife
ohne Zweifel
plötzlich
praktisch
regelrecht
relativ
ruhig
schon
sehr
selbstredend
selbstverständlich
seltsamerweise
sicher
sicherlich
sogar
sogleich
sonst
sozusagen
streng
tatsächlich
überhaupt
übrigens
unbedingt
ungefähr
unlängst
unsinnige
ursprünglich
vergleichsweise
vielfach
vielleicht
völlig
vollkommen
wahrscheinlich
weitgehend
wenige
wenigstens
wenn-dann Formulierungen
wieder
wieder einmal
wirklich
wohl
ziemlich
zugegeben
zumindest
zweifellos
zweifelsohne
Keine Abkürzungen verwenden.
Keine Worte verwenden, die selten in Gebrauch und/oder auf ungewöhnliche oder eingeschränkte Art in Verwendung sind. Wenn Wörter beispielsweise in unterschiedlichen Zusammenhängen unterschiedliche Bedeutungen haben. „Gig“ als Musikkonzert oder „Gig“ als Festplattenspeicher. Oder auch spezielle Jargons.
Keine firmeninterne Bezeichnungen oder Kürzel verwenden.
Keine Fremdwörter verwenden. Falls Fremdwörter in Ausnahmefällen notwendig sind, müssen diese im Text auch leicht verständlich erklärt werden.
Hauptsachen in Hauptsätzen! 1 Thema/ Aussage = 1 kurzer Satz
Negative Worte oder Formulierungen werden nicht “verstanden” bzw. “ignoriert”.
Keine örtlichen oder zeitlichen Verweise in Texten verwenden.
Keinen Genitiv einsetzen. Ersetzen durch “vom”. Z.B.: Die Reise des Nutzers. → Die Reise vom Nutzer.
Keine Passivkonstruktionen einsetzen. Passive Sätze sind unverbindlich und bürokratisch. Aktive Sätze sind direkter, verständlicher, verbindlicher und persönlicher.
Konjunktiv (z.B. könnte, wäre, würde,…) vermeiden. Konjunktiv drückt Wünsche bzw. nicht Reales aus. Konjunktiv schwächt die Aussagen stark ab!
Keine Modalverben (z.B. dürfen, sollen, wollen, müssen,….) verwenden sondern konkreter Texten. Modalverben drücken oft Notwendigkeiten oder Möglichkeiten aus. Wir TUN etwas!
Unpersönliches “man” vermeiden. Nutzer persönlich ansprechen.
Auf sprachliche Qualtität – z.B. korrekte Grammatik und fehlerfreie geschriebene Texte achten! Dies hat Auswirkung auf die Vertrauenswürdigkeit.
Die für die jeweilge Marke gültige Corporate Language berücksichtigen!
Konkrete Begriffe verwenden, in der Alltagssprache schreiben.
Auf mögliche missverständliche Formulierungen achten und diese vermeiden.
Auf mögliche Mehrdeutigkeiten achten und diese vermeiden.
Grundsätzlich kurze Texte schreiben.
Zahlenwerte und abstrakte Werte durch Beispiele und/oder Vergleiche greifbarer, vorstellbarer bzw. erlebbarer machen.
Nicht die eigenen Handlungen hervorheben sondern den Nutzen bzw. den Nutzer. Z.B. „Wir freuen uns Ihnen hiermit XYZ zusenden zu dürfen“ …
Keine Verschachtelungen von aussagelosen Headlines und Markierungen. z.B. Weitere Informationen, Sonstiges, mehr Infos,….